Stromboli

Ein Stück Erinnern von

Paul Steinmann und Jörg Bohn
 

 

Autor, Regie

Paul Steinmann

Spiel

Jörg Bohn, Basil Bohn

Bühne

Jörg Bohn
Kostüme, Grafik

Nesa Gschwend

Bühnenbau,Tontechnik

André Boutellier
Tonspur

Werner Bodinek

Produktionsleitung

Theater Tuchlaube, Jörg Bohn

 

 

Der Pyrotechniker Franz Wiederkehr liebt Vulkane, Raketen, Feuersteine. Mit seinen ausgetüftelten Feuerwerken erfreut er die Menschen auf Festen und Feiern. Kommt er abends nach Hause, erwartet ihn nichts als Einsamkeit, Tag für Tag. Ein Leben ohne Ausbrüche, ohne Explosionen, ohne Applaus. Beim Ablegen der Krawatte blickt ihm im Spiegel täglich das gleiche fahle Gesicht eines Mittvierzigers entgegen. Wollte er so werden?
Er erinnert sich an seine Kindheit, seine Jugend, seinen Vater. Manchmal kommt es ihm vor, als sässe er noch immer in seinem Kinderzimmer und müsse Hausaufgaben lösen. Dabei hätte er doch damals viel lieber Stromboli, einen echten Vulkan, besucht. "Stromboli war der Titel jenes Buches, das er zu seinem zwölften Geburtstag von "Mami und Vater" bekam. Er denkt zurück, und plötzlich nimmt seine Erinnerung Gestalt an. Er bekommt Besuch.
"Stromboli" ist eine Begegnung mit sich selbst, mit der Erinnerung; ein Zusammentreffen von Zeit und Raum. Es ist eine gleichermassen spielerisch leichte wie ernsthaft schwere Auseinandersetzung mit der persönlichen Gegenwart und Vergangenheit.
Franz trifft Franz:
Der 45-Jährige bekommt Besuch von sich selber - als 12-Jähriger. Reduziert und doch detailreich spielen Jörg Bohn und sein Sohn Basil eine Geschichte, die von der Macht und der Chance der Erinnerung erzählt. In ihr kommen zwei Spielräume zusammen und geraten durcheinander. Mit bedächtigem Rhythmus ziehen sie Gedankenkreise und verwirbeln diese in einer zeitweise beklemmenden Dichte. "Stromboli" weckt Erinnerungen, auch in einem selbst.